Aus einem dreimonatigen Praktikum entstand bei BERTHOLD eine Lösung, die künftig die Entwicklung und den Test von Identifikationssystemen wesentlich vereinfachen wird:
Eine neue automatisierte Testumgebung ermöglicht realitätsnahe Vergleichs-, Dauer- und Prozesstests für die Fahrzeugerkennung.

Was zunächst als anspruchsvolle Aufgabenstellung für eine Studentin des Studiengangs Mechatronik und Robotik der FH Technikum Wien begann, entwickelte sich gemeinsam mit CTO Thomas Braun zu einem Werkzeug mit nachhaltigem Nutzen für BERTHOLD und seine Kunden.
Herzstück der Lösung ist ein RC-Fahrzeug in Industrieausführung, das als Träger für unterschiedliche Kennzeichen dient:
Über eine eigens entwickelte Webanwendung kann das Fahrzeug direkt aus dem Firmennetzwerk gesteuert werden. Es bewegt sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und aus verschiedenen Anfahrtswinkeln vor der Testkamera und simuliert damit reale Identifikationssituationen.
Für die Umsetzung wurden die Fahrzeughardware erweitert, eine neue Steuerungssoftware entwickelt sowie die erforderlichen Schnittstellen und die Webanwendung programmiert.
Das Ergebnis: Identifikationsprozesse lassen sich unter reproduzierbaren Bedingungen beliebig oft wiederholen. Bislang mussten solche Tests häufig manuell durchgeführt werden. Kennzeichen wurden vor Kameras gehalten, Identifikationen direkt im System ausgelöst oder einzelne Lesevorgänge händisch simuliert. Für Vergleichstests, Dauertests oder die Fehlersuche war dieser Aufwand entsprechend hoch.
Die neue Testumgebung schafft hier völlig neue Möglichkeiten:
Bessere Tests für bessere Entscheidungen
Die automatisierte Teststellung erleichtert die Bewertung neuer Identifikationslösungen erheblich. Kameramodelle können miteinander verglichen, neue Firmwarestände oder Treiber getestet und Lesewahrscheinlichkeiten objektiv bewertet werden.
Ebenso lassen sich Dauertests durchführen – beispielsweise eine Anmeldung im Minutentakt über mehrere Tage hinweg. Dadurch können Fehlerbilder erkannt werden, die im normalen Testbetrieb oft verborgen bleiben, etwa Speicherprobleme, Kommunikationsfehler oder Stabilitätsthemen einzelner Komponenten.
Auch komplette Prozessabläufe können realitätsnah simuliert werden: Ein Fahrzeug identifiziert sich zunächst bei der Einfahrt, anschließend an einer Verladestation und schließlich wieder bei der Ausfahrt. Genau so, wie es später im tatsächlichen Betrieb geschieht.
Davon profitieren letztlich auch alle Anwender von BLS Logistik-Leitsystemen. Durch umfassendere Tests und fundierte Vergleichsmöglichkeiten gelangen nur Lösungen in den Feldeinsatz, die sich unter verschiedensten Bedingungen bewährt haben.
Wenn junge Talente Verantwortung übernehmen und Mehrwert schaffen
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert praxisnahe Ausbildung schaffen kann: Wenn junge Talente früh Verantwortung übernehmen und an realen Aufgabenstellungen mitarbeiten, entstehen mitunter Lösungen, die weit über die ursprüngliche Aufgabenstellung hinausgehen und langfristig zur Qualität und Betriebssicherheit der Systeme beitragen.
Besonders erfreulich ist, dass die Praktikantin dabei nicht nur unterstützende Aufgaben übernahm, sondern aktiv an der Entwicklung beteiligt war. Gemeinsam mit CTO Thomas Braun entwickelte sie das Konzept weiter und setzte es in die Praxis um – von der Software über die Schnittstellen bis hin zur Integration in die Hardware.
Die Testumgebung wird künftig einen festen Platz im Entwicklungs- und Testalltag bei BERTHOLD einnehmen und wird bereits weiter ausgebaut. Neben der Kennzeichenerkennung soll künftig auch die automatisierte Prüfung von UHF-Identifikationssystemen möglich sein.



