Das vorrangige Ziel dieser Anlage besteht in der Erforschung der möglichen Energiepotentiale neuer PV-Technologie, aber vor allen Dingen auch im Sammeln von Erkenntnissen über das Verhalten solcher Systeme im Netz.

Jedes System besteht aus polykristallinen Photovoltaikmodulen mit einer Leistung von ca. 200W Peak, welche je nach Montageort, zu Modulsträngen unterschiedlicher Leistung verschaltet sind. Die von den Modulen erzeugte Gleichspannung wird mittels mehrerer Solarwechselrichter in netzkonforme Wechselspannung umgeformt und in das Netz der EVN eingespeist.

Auf dem Reaktorgebäude wurden 4 verschiedene Teilanlagen installiert, welche sich sowohl durch die Nennleistung, als auch durch die Ausrichtung zur Sonne unterscheiden und somit aussagekräftige Messdaten für unterschiedlich ausgerichtete Photovoltaikanlagen liefern.

Außerdem wurden auf der dem Kraftwerksareal angrenzenden Freifläche 2 weitere Photovoltaiksysteme installiert, welche vorwiegend aus einem fest aufgeständerten Solarpark, sowie aus 2 Stk zweiachsig nachgeführter Sonnensegel bestehen.
An diesen beiden Anlagenteilen kann das Verhalten von optimal ausgerichteten PV-Systemen erforscht und dokumentiert werden. Auch auf der Freifläche wird die erzeugte Gleichspannung in netzkonforme Wechselspannung umgewandelt und in das 20kV Netz der EVN eingespeist.

Rudolf Berthold Ges.m.b.H liefert dazu die erforderliche Messdatenerfassung:

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Erfassung, Speicherung, Darstellung und Übermittlung einer Vielzahl von Messwerten aus dem Betrieb dieser verschiedenen Konfigurationen, um so die Basis für eine weiterführende Analyse und Forschung über das Verhalten solcher Systeme zu geben. Dazu werden folgende Messungen bzw. Daten aus den Systemen erfasst. Das System kann sowohl vor Ort auf einem Forschungsbedienplatz im KKW-Zwentendorf als auch voll WEB basierend über das Internet bedient und überwacht werden. Alle gespeicherten Daten der Wechselrichter, der Wetterstation als auch von fest installierten Oscilloscopen mit Transientenrecorder können über das Web eingesehen, exportiert und geladen werden.

Wetterdaten

Am Freigelände ist eine Wetterstation des Herstellers Davis Instruments, Typ Vantage Pro II, installiert. Diese Wetterstation erfasst alle für den Betrieb einer Photovoltaikanlage relevanten Wetterwerte wie Temperatur, Feuchte, Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Sonneneinstrahlung, Niederschlag, etc.

Die Daten werden von unserer Systemsoftware über Netzwerk von der VantagePro Station ausgelesen und in die zentrale SQL-Datenbank für die spätere Darstellung und Auswertung zyklisch gespeichert.

Leistungserfassung aus Wechselrichtern

Sämtliche im System verbauten Wechselrichter besitzen eine serielle Schnittstelle, über die die Systeme sowohl untereinander kommunizieren, aber auch Daten durch Einbindung einer vom Hersteller angebotenen Interface-Box abgefragt werden können.

Diese Interface-Box wird nun über die systemeigene RS232 Schnittstelle an das Messdatenerfassungssystem angebunden. Über eine neu zu programmierende Abfragesoftware sollen nun von sämtlichen Wechselrichtern jedes Systems sämtliche zur Verfügung gestellten Leistungsmesswerte abgefragt und in entsprechender Form in der SQL-Datenbank, zur weiteren Verarbeitung und Anzeige, gespeichert werden.

Leistungserfassung aus Direktmessung

Um nun einen Vergleich auf der einen Seite, aber auch Auswertungen über Blindströme und Leistungen auf der anderen Seite, erstellen zu können, werden zu jedem Anlagentyp, zu je einem Wechselrichter die Gleichspannungen- und die Gleichströme auf der Eingangsseite und sämtliche Leistungen (Wirk-, Blind- und Scheinleistung) auf der Ausgangsseite wirklich über Messinstrumente hardwaremäßig zusätzlich gemessen werden.

Aus diesen Messwerten kann dann repräsentativ auch auf die anderen, nicht gemessenen Wechselrichtersysteme desselben Anlagentyps jederzeit rückgeschlossen werden.

Oberflächentemperaturmessungen

Zusätzlich zu den Wetterdaten soll auch die Oberflächentemperatur von einigen ausgewählten Solarpanelen gemessen werden. Dazu werden Pt100-Fühler an den Panelen angebracht, die über Dreileiter an Analog-Eingangsbaugruppen an das Messwertaufzeichnungssystem angeschlossen sind.

Energiezähler

Bei beiden Einspeisepunkten soll über Zählereingänge die Impulse je kWh aufgenommen werden, die in das Stromnetz eingespeist werden.
In der Visualisierung werden die Zählwerte als Gesamtzähler je Anlagenteil sowie als Gesamtzähler Gesamtanlage dargestellt werden.

Insgesamt werden von der Messdatenerfassung jede Stunde mehr als 550.000 Messwerte erfasst, visualisiert und in komprimierter Form für weitere Auswertungen zur Verfügung gestellt.

Wenn auch Sie Fragen zu Messdatenerfassung für Photovoltaik-Anlagen haben
stehen wir gerne für ein Gespräch zur Verfügung: Kontakt

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